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Digitalisierung

Hinter den Kulissen unseres Livestreams

Vergangenen Freitag fand im Quartier am Hafen mit der DATE ME DIGITAL Ausstellung die erste offizielle Veranstaltung nach dem Lockdown der Corona-Pandemie statt. Es kam die Idee auf, die Tanzperformance von Residenz Künstler Gustavo Gomes und die von Wilko Austermann kuratierte Ausstellung „DATE ME DIGITAL“ im Ausstellungsraum des Quartier am Hafens in einem Livestream zu übertragen. Wir wollten das zum einen einmal ausprobieren, zum anderen wegen der begrenzten Kapazitäten aufgrund der Abstands- und Hygieneregeln die Veranstaltung entzerren. In dem heutigem Blogpost wollen wir die Erfahrungen mit Euch teilen.

Die Zielsetzung war relativ einfach. Über den YouTube Kanal vom Quartier am Hafen den Livestream auszugeben, ihn auf einer eigenen Landingpage unter live.qah.koeln kommunizieren und über den Direktlink im Zelt vor dem Quartier und in der Leselounge übertragen.

Größte Herausforderung war dabei der Wechsel mit unserem kleinen Übertragungswagen und die kabelgebundene Kamera vom Tanzatelier ohne Stream-Abbruch in den Ausstellungsraum zu verschieben und danach die zweite Aufführung wieder im Tanzatelier abzudrehen.

Windows und OBS als Zentrum des Streams

Um das zu ermöglichen, haben wir unsere Streaming-Station auf einem Magliner aufgebaut. Zentrale war ein Windows 10 PC mit Capture Card von Elgato. Die Kamera, eine Black Magic Pocket Cinema 4k haben wir mit einem 10 Meter 4k HDMI Kabel mit der Capture Card verbunden. Dabei kam das Signal nicht aus der Kamera, sondern wurde über einen externen Monitor von Atomos geliefert, über den das HDMI Kabel das Signal bekam. Gesichert wurde das Kabel via Kabelträger und festen Fixierpunkten, sodass unser Kameramann sich ca. 6 Meter frei bewegen könnte. Für den Ton arbeiteten wir mit XLR-Mikros. Für die Tanzperformance installierten wir ein festes Mikrofon (Sennheiser MKE600) im Raum mit einem 20 Meter XLR Kabel. Für die Ausstellungseröffnung mit Wilko Austermann nutzen wir dann ein klassisches SM58 von Shure mit 20 Meter Kabel, welches Wilko in der Hand hielt, sodass wir nur die Mikros wechseln mussten. Als Soundkarte nutzten wir einen portablen Recorder von Zoom (H6N), mit dem wir das Eingangssignal schon vor der Übergabe in die Streaming-Software korrigieren konnten.

Eigentlich wollten wir mit der Elgato Streaming Software arbeiten, entschieden uns zum Schluss aber für die kostenlose Streaming Software von OBS, wo wir alle Pausengrafiken, Kamerasignale, Ton-Einstellungen und Videos hinterlegten.

Die richtige Upload-Geschwindigkeit dank LTE Router

Für die richtige Uploadgeschwindigkeit setzen wir auf einen LTE-Router mit Telekom-SIM und einer LTE-Day-Flat. Dieser wurde außerhalb des Hauses angebracht und mit einem 50 Meter Cat7 Netzwerkkabel mit unserem Windows Streaming-Rechner verbunden. Über die drei Stunden gab es keinen einzigen Stream-Abbruch und die LTE Flat lieferte solide 20 Mbit Upload.

Für die Stream-Kontrolle kam ein 13″ MacBook Pro zum Einsatz, welches wir ebenfalls auf dem Magliner platzierten und über das hausinterne WLAN laufen ließen, um das LTE zu schonen. Mit 720p konnten wir also den ganzen Abend flüssig streamen und auch mit kleiner Leitung kontrollieren.

Das Monitoring machten wir über zwei Samsung Monitore, sodass auf einem immer die gesamte OBS Oberfläche der Software zu sehen war und auf dem anderen Screen das YouTube Studio in Echtzeit das aktuell von der Streaming-Software gelieferte Material zeigte.

Die passende Stormversorgung

Die passende Stromversorgung lieferte eine 50 Meter Starkstrom Kabeltrommel, die wir über den Starkstrom-Anschluss im Tanzatelier laufen ließen. Zur Absicherung liefen alle technischen Geräte zusätzlich über eine 230Volt-Steckerleiste mit eigenem Überspannungsschutz. Die 50 Meter Starkstorm-Kabel, mit dem 50 Meter Netzwerkkabel gaben uns genug Spielraum, um den Magliner problemlos zwischen den Räumen zu bewegen. Lediglich ein kurzer Windows Absturz sorgte für Probleme, konnte aber so schnell rebootet werden, dass die 30 Sekündige Bufferung reichte, um den Stream ohne Abbruch wieder fortzusetzen.

Insgesamt konnten wir so den Stream mit 3 Leuten realisieren. Einem Kameramann, einem Assistenten für die technische Betreuung und Sicherung unserer Kabel und einem Regie-Menschen am Magliner, der Ton und Stream kontrollierte.

Der erste Livestream als Endergebnis

Das Endergebnis und der gesamte Stream ist noch als nicht gelistetes Video auf YouTube verfügbar und kann hier geschaut werden.

PS: Als Linse kam eine Zeiss CP2 18mm mit einer 3.6er Blende zum Einsatz. Aufgezeichnet wurde das Material nicht nur auf YouTube sondern auch gleich auf der Black Magic Pocket über eine angeschlossene SSD auf dem Kamera-Rig.

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